Frohe Weihnacht !

  • und hier zitiere ich Juli Zeh bei der Verleihung des Heinrich Böll Preises am 08. November in Köln:
    • „Den demokratischen Selbsthass beenden und zu einem respektvollen Umgang mit unserem System, mit uns selbst und miteinander zurückzukehren
    • Wenn wir den demokratischen Institutionen unsere Unterstützung entziehen, wenn wir uns Frustration und Zynismus überlassen und bis zu der Auffassung hinabsinken, unsere Regierungen und Institutionen, gleich ob in Berlin oder Brüssel, seien allesamt nichts wert, erfüllten ihre Aufgaben nicht und könnten am Gang der Dinge ohnehin nichts ändern – dann werfen wir sämtliche Instrumente weg, die uns zur Verfügung stehen, um den Aufgaben unserer Zeit zu begegnen, ganz egal, ob es sich um Klima, digitalen Wandel oder Flüchtlingsströme handelt
    • Lasst uns die Zumutungen des demokratischen Prozesses aushalten, auch wenn Gedankenaustausch und Interessenausgleich noch so anstrengend, quälend langsam und frustrierend sein können, auch wenn hart errungene Kompromisse noch so fade schmecken und das politische Tagesgeschäft insgesamt ziemlich wenig glamourös, cool oder sexy ist
    • Wir, jeder Einzelne von uns, als Schriftsteller, als Bürger, sind das Rückgrat der Demokratie, sofern wir selbst ein Rückgrat besitzen
    • demokratische Freiheit hat meine Generation geschenkt bekommen, jetzt müssen wir noch stark genug werden, um uns selbst und einander in Freiheit zu ertragen
    • Das ist Politisch-Sein im besten demokratischen Sinne: immer wieder das Anders-Sein des Anderen als Äquivalent und Bedingung der eigenen Selbstverwirklichung zu erkennen
    • Verschiedene Lebensstile und Interessen in einer Gesellschaft zusammendenken, andernfalls kannibalisieren wir unser System. Andernfalls lassen wir zu, dass die Demokratie von ihren besten Kindern gefressen wird. Nicht von den Rändern her, sondern aus der Mitte..“ 

Lasst uns positiv in die Zukunft schauen und gemeinsam anpacken! Wer die komplette Rede nachlesen mag: https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-11/politikverdruss-juli-zeh-heinrich-boell-demokratie-intellektuelle/seite-4